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Mit Astronauten ins Weltall – ein Praxisbericht

Auf Basis der Lehrermaterialien „Mit As­tro­nau­ten ins Weltall“ und dem ISS-Aktionsordner der ESA wurde an der Hein­rich-­Böll-­Schule, Rodgau eine Arbeitsgemeinschaft initiiert, in der es nicht nur um Luft- und Raumfahrt ging.

„Wir fliegen zur ISS“! Mit dieser Einladung waren die 16 Plätze in der neuen AG schnell besetzt. Mit einem Bewerbungsschreiben mussten die Schülerinnen und Schüler ihre Ausbilderin von ihrem „Berufswunsch“ und ihrer Qualifizierung überzeugen. Die anschließende Astronautenausbildung war dann genauso umfangreich wie bei den Großen: Teamtraining, Konzentrationsübungen, Stresstests, Sport und Fremdsprachen. Ein zentrales Thema war das Programmieren. Kleine Roboter wurden für die Mission programmiert. Einige brachten auch ihre eigenen Roboter mit und stellten sie den anderen vor. Nach erfolgreich absolvierter Astronautenprüfung wurden das Missionslogo, Ausweise und ein Missions-­T-Shirt entwickelt. Die Astronautenanzüge für die ISS und eventuelle Weltraumspaziergängen wurden genauestens untersucht.

Rakete und Start

Als nächstes ging es um die Rakete und deren Start. Mit zwei Rollbrettern entdeckten die Schülerinnen und Schüler spielerisch physikalische Gesetze: Jeweils zwei saßen sich auf den Brettern gegenüber und stießen sich vorsichtig voneinander ab. Bei all dem Spaß stellten sie schnell fest, dass bei einem größeren Gewichtsunterschied der Kleinere regelrecht „wegschoss“. Ganz überrascht waren sie, als sich das Brett nicht bewegte, wenn darauf einen Medizinball geworfen wurde, aber nach hinten rollte, wenn einer der beiden auf dem Brett selbst den Ball wegwarf. Mit Luftballons wurde zum Rückstoßprinzip weiterexperimentiert. Dass sich Luft komprimieren lässt, aber Wasser nicht, führte nach diversen Experimenten zum Start der Raketen. Unter Anwendung des Erlernten wurde ein Raketenabschusswettbewerb mit Spritzen und Pipetten durchgeführt.

Flug zur ISS

Endlich waren alle auf dem „Flug zur ISS“. Aber wie sieht sie aus? Wer hat welche Teile davon gebaut? Die ISS wurde im Weltall wie ein großes Puzzle zusammengesetzt. Also wurde auch im Klassenraum gepuzzelt – Mit Handschuhen und Augenbinden auf dem Boden und dann mit HT-Rohren aus dem Baumarkt. Mit selbstgebauten Periskopen wurde anschließend das Andocken an der ISS geübt. Geschafft: Wir sind in der ISS!

Blick auf die Erde

Welch ein Blick aus der ISS auf den blauen Planet: Um allen diesen Blick zu ermöglichen, baute Stratoflights GbR mit den Schülerinnen und Schülern eine Sonde mit Kamera und GPS-Trackern an Bord. Ein Wetterballon brachte das Equipment in die Stratosphäre und machte dort besondere Fotos, während sich auf dem Schulhof alle beim Picknick stärkten. Mit Autos fuhren Erwachsene und Kinder dann den GPS-Signalen der Sonde nach.

Erforschung der ISS

Das Innere der ISS wurde mit Handys, VR-­Brillen und der kostenlosen App „google.­expeditions“ begeistert erforscht. Jeder entdeckte etwas, das lautstark mitgeteilt wurde. Auch die Lehrerin zeigte als „Guide“ der Expedition immer wieder über ihr Tablet bestimmte Details, zu denen sie die Astronautinnen und Astronauten quasi lotsen konnte, um dort etwas zu erklären. Schöner Nebeneffekt: Zuhause zeigten und erklärten die Teilnehmenden dann ihren Eltern alles noch einmal.

Die kostenlosen Materialien ermöglichen die Durchführung dieser AG bei minimaler Vorbereitungszeit. Ich kann nur jede Lehrkraft ermutigen, es auszuprobieren.

Petra Carbon


Weitere Informationen

„Mit Astronauten ins Weltall“ hier zum Download

„Grundschul ISS-Aktionsordner“ von ESA hier zum Download

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