Mathematik(er) auf Banknoten – J. G. Armero

Schaut man in die Geldbörsen in aller Welt, so entdeckt man viele Banknoten, die voller Mathematik, Physik und Astronomie stecken.

Der von 1996 bis 2015 ausgegebene Schein aus Kolumbien ist Julio Garavito Armero gewidmet. Er nimmt in vielfältiger Weise Bezug auf die wissenschaftlichen Interessensgebiete des berühmten Mathematikers, Astronomen und Hochschullehrers.

Wer war Julio Gavarito Armero?

Julio Garavito Armero wurde am 5. Januar 1865 in Bogota geboren. Nach seiner Ausbildung an der nationalen Ingenieursschule wurde er 1892 Direktor des National­obser­vato­riums in Bogota. Ein Teil seiner Wirkungsstätte ist links oben auf der Rückseite des Scheines zu sehen. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Astronomie und vermaß auch den Längengrad von Bogota. Armero war der erste südamerikanische Forscher, der sich mit Einsteins Relativitätstheorie auseinandersetzte. Am 11.3.1920 starb er in Bogota. Er war Mitglied in der geheimen wissenschaftlichen Vereinigung El Circulo de Los Nueve Puntos. Dort konnte man nur Mitglied werden, wenn man in der Lage war ein bestimmtes Problem von Euler zu lösen.

Armero hat viele astronomischen Berechnungen unternommen. Seine Untersuchungen zum Einfluss des Mondes auf die Gezeiten, das Polareis und das Wetter führten im Jahr 1970 zu einer späten Ehrung: Ein Mondkrater wurde nach ihm benannt. Man erkennt ihn oben auf der Vorderseite, direkt oberhalb seines Portraits. Im Zentrum ist der Mond zu sehen. Die Rückseite des Scheines zeigt unten eine Darstellung „seines“ Kraters. Die ebenfalls abgebildete Erde kann man aber von dort aus nicht sehen, denn der Krater ist auf der Rückseite des Mondes. Mehrere Darstellungen geometrischer Aufgaben sind zudem erkennbar, zum Beispiel die Kegelschnitte, ein Problem der klassischen euklidischen Geometrie. Vieles lässt sich aus dem Schein ableiten, viel Erfolg dabei.

Thomas Jahre


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