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Unter dem Titel „Netzwerkerinnen der Moderne“ zeigt die städtische Galerie Böblingen vom 1. Dezember 2019 bis zum 20. September 2020 eine große Überblicksausstellung zum 100-Jahr-Jubiläum der Zulassung von Frauen an deutschen Kunstakademien. Am 7.3.2019, also im Vorfeld des Weltfrauentags am 8. März, durften die Teilnehmerinnen eines Girls Digital Camps in der Galerie an einem Workshop zur digitalen Bildbearbeitung teilnehmen.

Ausstellung “Netzwerkerinnen der Moderne”

Sie feiert die vielfältigen Facetten weiblichen Kunstschaffens mit Exponaten aus dem Zeitraum der Jahrhundertwende um 1900 bis in die Jetztzeit. Im Jahr 1919 wurden Frauen, die sich zur Künstlerin berufen sahen und sich zudem beruflich als Künstlerin betätigen wollten, offiziell und ohne Beschränkungen an deutschen Kunstakademien als Studentinnen zugelassen. Diese Errungenschaft, die nur ein Jahr nach Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik erfolgte, stellt einen wichtigen Meilenstein im Kampf um Gleichstellung und Gleichberechtigung dar.

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Auch, dass Frauen ein Studium an der damaligen Königlichen Kunstakademie in Stuttgart aufgreifen durften, jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Wie wichtig dabei die Solidarität unter den gleichgesinnten Frauen, die gegenseitige Unterstützung und das gute Pflegen von Netzwerken war – sie entwickelten sich zu regelrechten Meisterinnen im Vernetzen – wird durch den gewählten Titel der aktuellen Präsentation zusätzlich unterstrichen. Der Schwerpunkt der Kollektivausstellung liegt auf dem südwestdeutschen Raum und bringt 30 Gegenwartspositionen mit 10 klassischen Künstlerinnen zusammen. Gezeigt wird – zum Teil spezifisch auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt – eine Bandbreite unterschiedlicher Gattungen und Techniken wie Collagen, Gemälde, Installationen, Objekte, Performance-/Aktionskunst, Skulpturen und Zeichnungen von Künstlerinnen wie Rosemarie Beisser, Christine Bender, Nina Joanna Bergold, Andrea Eitel, Iris Flexler und vielen weiteren Schöpferinnen.

Girls Digital Camp“ Mädchen besuchen die Ausstellung

Zu Beginn des Workshops gab es für die 14 kunstinteressierten Mädchen im Zwiegespräch mit Ausstellungsmacherin und Galerie-Leiterin Corinna Steimel einen informativen Rundgang durch die facettenreiche Schau, die rund 50 Künstlerinnen aus dem vergangenen wie gegenwärtigen Jahrhundert mit über 250 Exponaten zusammenbringt und sich über drei Stockwerke des Museums erstreckt.

Foto: Corinna Steimel

Von digitalen Eindrücken zu eigenen Kompositionen

Inmitten der Kunstwerke fand anschließend ein  Workshop zu digitaler Bildbearbeitung statt.  Kompetente wie kreative Anleitung zu den digitalen Grafik-Programmen und Sculpting-Tools gab dabei die Künstlergruppe Digital Slaves von der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, bestehend aus Tzusoo, Seonha, Lloyd und Chris. Die iPads mit den entsprechenden Apps stellte das Kreismedienzentrum Böblingen zur Verfügung.

Mit den iPads nahmen die Teilnehmerinnen die Eindrücke der Ausstellung einzeln und in Gruppen auf und gestalteten daraus ganz eigene und ausdrucksstarke Kompositionen. In Besprechungen wurden Tipps zur Bildgestaltung und den diversen digitalen Werkzeugen gegeben. Die humorvollen und fantasievollen Visualisierungen regen zum Nachdenken an und zeigen, wie effektiv digitale Werkzeuge in der Kunst eingesetzt werden.

Eine Auswahl der Arbeiten wird aktuell im Foyer des Museums präsentiert und ist noch bis zum Ausstellungsende am 20. September 2020 zu sehen.

“Das Format werden wir auch bei künftigen Ausstellungen wieder anbieten, da es ein wunderbares Medium ist, um mittels digitaler Umsetzung in eine kreative Zwiesprache mit den ausgestellten Kunstwerken zu treten.”So lautet das Fazit der Galerieleiterin zu einem gelungenen und inspirierenden Pilotprojekt.


Bericht & Titelfoto: Angelika Baur

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