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Um den Gedanken des Artikels aus der vergangenen Woche, „Kontextbasierte Matheaufgaben mit ChatGPT und Co.“,  weiterzuführen, haben wir ein kleines Experiment unternommen: Was wäre, wenn der Beitrag vollständig durch eine KI erstellt würde?

Ein Beitrag von Timo Münzing

Zu diesem Zweck habe ich den folgenden Prompt in ChatGPT eingegeben:

„Erstelle einen Zeitschriftenartikel (etwa 4.500 Zeichen mit Leerzeichen) zu folgendem Thema: Der sinnvolle Einsatz von ChatGPT für Lehrkräfte bei der Erstellung von Anwendungsaufgaben am Beispiel einer e-Funktion mit Ableitungen. Zeige ein Beispiel und gehe auf Chancen und Probleme ein. Gib Tipps für den Alltag.“

Dieser Prompt entspricht im Wesentlichen der Aufgabenstellung, die ich mir für den ursprünglichen Text gegeben habe.

ChatGPT als Autor

Der sinnvolle Einsatz von ChatGPT bei der Erstellung von Anwendungsaufgaben im Mathematikunterricht
Am Beispiel einer e-Funktion mit Ableitungen

Die Integration digitaler Werkzeuge in den Unterricht gehört inzwischen zum schulischen Alltag. Besonders KI-basierte Systeme wie ChatGPT eröffnen Lehrkräften neue Möglichkeiten bei der Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien. Ein zentrales Einsatzfeld ist die Erstellung von Anwendungsaufgaben, etwa zu Funktionen und deren Ableitungen. Gerade im Bereich der e-Funktionen lassen sich durch gezielte Nutzung von ChatGPT realitätsnahe, differenzierte und schülergerechte Aufgaben generieren.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine typische Aufgabenstellung könnte lauten:
„Die Anzahl der Nutzer einer neuen App wächst gemäß der Funktion f(t) = 500 · e0,3t, wobei die Zeit in Wochen angibt. Bestimmen Sie die momentane Wachstumsrate nach 4 Wochen und interpretieren Sie das Ergebnis.“

ChatGPT kann Lehrkräfte dabei unterstützen, solche Aufgaben schnell zu entwickeln, zu variieren und mit Kontext anzureichern. So lassen sich beispielsweise Zusatzfragen generieren („Wann verdoppelt sich die Nutzerzahl?“), Hilfestellungen formulieren oder Lösungen ausarbeiten. Besonders hilfreich ist dabei die Möglichkeit, unterschiedliche Schwierigkeitsstufen zu erzeugen – von grundlegenden Ableitungsaufgaben bis hin zu komplexeren Interpretationen.

Chancen für den Unterricht

Der Einsatz von ChatGPT bietet mehrere didaktische Vorteile:

Erstens ermöglicht die KI eine erhebliche Zeitersparnis bei der Unterrichtsvorbereitung. Aufgaben können schnell erstellt und angepasst werden, was besonders im stressigen Schulalltag entlastet.

Zweitens unterstützt ChatGPT die Differenzierung. Lehrkräfte können Aufgaben gezielt vereinfachen oder erweitern lassen, sodass sie besser auf heterogene Lerngruppen eingehen können.

Drittens fördert die KI Kreativität: Durch ungewöhnliche Kontexte (z. B. Wachstum von Social-Media-Plattformen, Populationen oder wirtschaftliche Entwicklungen) werden mathematische Inhalte lebensnah und motivierend vermittelt.

Probleme und Grenzen

Trotz dieser Vorteile ist ein kritischer Umgang mit ChatGPT notwendig. Ein zentrales Problem besteht in der fachlichen Genauigkeit. Die KI kann Fehler machen – etwa bei der Berechnung von Ableitungen oder bei Interpretationen. Lehrkräfte müssen daher alle generierten Inhalte sorgfältig prüfen.

Ein weiteres Risiko ist die Oberflächlichkeit der Aufgaben. Nicht jede automatisch erstellte Aufgabe entspricht den didaktischen Anforderungen eines guten Mathematikunterrichts. Oft fehlt eine klare Struktur oder eine sinnvolle Progression.

Auch datenschutzrechtliche Aspekte sowie die Frage nach der Eigenleistung von Schülerinnen und Schülern spielen eine Rolle. Wenn Lernende selbst KI nutzen, verschwimmt die Grenze zwischen eigener Leistung und Unterstützung.

Tipps für den schulischen Alltag

Um ChatGPT sinnvoll einzusetzen, sollten Lehrkräfte einige Grundprinzipien beachten:

  • Gezielte Prompts formulieren: Je präziser die Anfrage, desto besser das Ergebnis. Statt „Erstelle eine Aufgabe zur e-Funktion“ besser: „Erstelle eine realistische Anwendungsaufgabe zur e-Funktion mit Ableitung und Interpretation auf Mittelstufenniveau.“
  • Ergebnisse prüfen und anpassen: KI-generierte Inhalte sind ein Ausgangspunkt, kein fertiges Produkt.
  • Didaktisch einbetten: Aufgaben sollten in einen sinnvollen Unterrichtskontext eingebunden werden, etwa durch Vorwissen, Diskussion oder Reflexion.
  • Transparenz schaffen: Der Einsatz von KI kann auch im Unterricht thematisiert werden, um Medienkompetenz zu fördern.
  • Variationen nutzen: ChatGPT eignet sich besonders gut, um mehrere ähnliche Aufgaben zu erzeugen – ideal für Übungsphasen oder Hausaufgaben.
Fazit

ChatGPT ist kein Ersatz für die pädagogische Kompetenz von Lehrkräften, aber ein leistungsstarkes Werkzeug zur Unterstützung. Besonders bei der Erstellung von Anwendungsaufgaben zu e-Funktionen und Ableitungen kann die KI helfen, Zeit zu sparen, Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten und besser auf individuelle Lernbedürfnisse einzugehen. Voraussetzung bleibt jedoch ein reflektierter und verantwortungsvoller Einsatz.

Auf den ersten oberflächlichen Blick wirkt das generierte Ergebnis durchaus überzeugend, doch bei der genaueren Analyse treten deutliche Schwächen zutage. Insbesondere fällt die inhaltliche Oberflächlichkeit auf: Die Ausführungen bleiben weitgehend allgemein, und auch das angeführte Beispiel ist nicht ausgearbeitet. Statt einer fundierten Darstellung wird lediglich ein einfaches Standardbeispiel skizziert sowie auf theoretische Erweiterungsmöglichkeiten verwiesen. Im Folgenden gehe ich auf einige spezielle Kritikpunkte ein.

Illustration erstellt von ChatGPT mit dem Prompt „Erstelle eine Illustration für eine Zeitung für Lehrkräfte aus dem MINT-Bereich. Das Thema des Artikels ist ‚KI als Autor‘.“
Illustration erstellt von ChatGPT mit dem Prompt „Erstelle eine Illustration für eine Zeitung für Lehrkräfte aus dem MINT-Bereich. Das Thema des Artikels ist ‚KI als Autor‘.“ | © KI-generiert mit ChatGPT

Kritikpunkt 1: Fokus auf Zeitersparnis

Ein Hauptkritikpunkt, den ich am erstellten Text habe, ist der starke Fokus auf die Zeitersparnis. Wie ich im Hauptartikel links bereits dargelegt habe, sollte dieser Aspekt meiner Meinung nach nicht im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist für mich vielmehr, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu schaffen. Wenn Zeitersparnis als Argument angeführt wird, sollte dies deutlich differenzierter geschehen. Ich halte einen bewussten Einsatz zur Zeitersparnis dann für legitim, wenn die gewonnene Zeit gezielt genutzt wird, um an anderer Stelle die Qualität zu erhöhen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Qualität des eigentlichen Produkts darunter leidet.

Kritikpunkt 2: Kreativität durch KI

Auch die Aussage, der Einsatz von KI fördere Kreativität, erscheint in dieser Form zu pauschal. Eine solche Wirkung ist keineswegs selbstverständlich, sondern abhängig von geeigneten didaktischen Settings. Kreativitätsförderung durch KI setzt anspruchsvolle Unterrichtsformate wie projektorientiertes Arbeiten oder Hackathons voraus. Darüber hinaus benötigen Lernende entsprechende Kompetenzen im Umgang mit KI-Werkzeugen, die zunächst aufgebaut werden müssen.

Kritikpunkt 3: Probleme und Grenzen des KI-Einsatzes

Auch dieser Absatz geht nur oberflächlich auf die Probleme ein. Sicherlich kann die fachliche Genauigkeit ein Problem darstellen – das kann aber auch in jedem Schulbuch, Artikel im Internet und eigenen Arbeitsblatt der Fall sein. Grundsätzlich sollten wir alle Materialien, die wir einsetzen, auf fachliche Genauigkeit und didaktischen Mehrwert prüfen.

Der Abschnitt zum Datenschutz wirkt zudem wenig integriert. Inhaltlich ist er zwar korrekt, steht jedoch nur in begrenztem Zusammenhang mit der konkreten Fragestellung des Artikels und erscheint daher an dieser Stelle sehr willkürlich.

Fazit und Vorschau

Grundsätzlich ist der gesamte Artikel aus meiner Sicht „ganz ordentlich“, weist jedoch nur eine geringe inhaltliche Tiefe auf. Die gesetzten Schwerpunkte erscheinen willkürlich, und die Ausführungen bleiben insgesamt sehr allgemein. Für mich entspricht dies einem typischen Ergebnis eines auf Arbeitsersparnis ausgerichteten KI-Einsatzes: Die Resultate sind in einem gewissen Rahmen brauchbar, gehen jedoch nicht über ein solides Mittelmaß hinaus. Daher bleibe ich bei meinem bereits im Hauptartikel formulierten Credo: „Qualität vor Quantität“ – ein Grundsatz, der im Zeitalter von KI wichtiger ist denn je.

Headerbild | © KI-generiert mit ChatGPT

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