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Insektenhotels als Lernort für Mathematik und Biodiversität

Die Artenvielfalt schwindet und entsprechende Schutzmaßnahmen werden immer wichtiger. Am Beispiel eines Insektenhotels können Schüler:innen der Klassenstufen 3 bis 6 aller Bildungsgänge Biodiversität mathematisch erkunden und an der eigenen Schule oder zu Hause aktiv werden.

Ein Beitrag von Monika London und Christoph Maitzen

Die Klimakrise oder das Artensterben sind Themen, die Kinder und Jugendliche schnell überfordern. Sätze wie „Wir können doch eh nichts ändern!“ spiegeln die Frustration. Wichtig sind in diesem Kontext positive Beispiele und Aktivitäten, die bei den Lernenden Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen. Ausgangspunkt ist ein beliebiges Insektenhotel, wie es inzwischen immer häufiger zu sehen ist.

Eintauchen ins Thema

Die Schüler:innen erhalten ein Aufgabenblatt, das verschiedene Schritte abbildet, um ein sukzessives Eintauchen in das Themenfeld zu ermöglichen. Teile der vorgelegten Aufgabenlandschaft können als Projekt oder auch im Rahmen des Regelunterrichts eingesetzt werden. Ein fächerübergreifender bzw. fächerverbindender Unterricht Sachunterricht/Mathematik oder Biologie/Mathematik ist ebenfalls denkbar. Durch Beispiele oder Tipps werden die Lernenden bei der Aufgabenbearbeitung unterstützt.

Download

Aufgaben inkl. Lösungs- und generellen Hinweisen für die thematische Einbindung und den Bau eines Insektenhotels im Unterricht stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

Aufgaben 1 bis 3

Zur Annäherung an die Thematik kann das Bild des Insektenhotels gemeinsam betrachtet werden. Im Gespräch werden Eindrücke und Fragen gesammelt, die Aufschluss über die Vorerfahrungen und Kenntnisse der Lernenden geben. Daran anknüpfend geht es darum, durch weitere Recherchen (Aufgabe 1) die Kenntnisse zu vertiefen.

Im nächsten Schritt wird ein konkretes Beispiel mithilfe dieser Informationen genauer untersucht. Dabei wird auch ein Lageplan (Aufgabe 2) erstellt, der Aufschluss über den Standort und seine Eignung gibt. Je nach Altersstufe und zeitlichen Möglichkeiten kann ein solcher Lageplan mit ungefähren Angaben skizziert oder mit möglichst genauen Angaben maßstabsgetreu erstellt werden.

Als Nächstes wird die Nutzung des Angebots durch Insekten untersucht. Beobachtungen und Dokumentationen (Aufgabe 3) werden in strukturierter Form dargestellt, um sie als übersichtliche Grundlage für weitere Aktivitäten nutzen zu können. Für eine breite Datenbasis wird nicht ein einziges Insektenhotel beobachtet, sondern nach Möglichkeit von jeder und jedem Lernenden oder von Kleingruppen je eines. Die Beschäftigung mit der Thematik wird so konkret auf das eigene Lebensumfeld bezogen.

Insektenhotel aus Holz mit mehreren Etagen
So könnte ein fertiges Insektenhotel aussehen | © Christoph Maitzen

Aufgaben 4 bis 6

Auf dieser Grundlage geht es in Aufgabe 4 um Vergleiche und Bewertungen. Im Verlauf dieses Prozesses werden diffuse Eindrücke und Wahrnehmungen zunehmend spezifischer und konturierter, messbare Veränderungen bei der Nutzung des Insektenhotels werden erkennbar. Vermutungen über Zusammenhänge zwischen Standort und Nutzung können angestellt werden, Einschätzungen zu Vor- und Nachteilen oder zu sinnvollen Veränderungen können datenbasiert abgeleitet werden.

Eine Weiterentwicklung (Aufgabe 5) könnte im Anschluss darin bestehen, am günstigsten Standort ein weiteres oder ein größeres Insektenhotel aufzustellen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen können Argumente abgeleitet werden, mit denen mögliche Sponsoren zu einer Spende für eine solche Anschaffung überzeugt werden könnten.

Zur vorerst abschließenden Optimierung (Aufgabe 6) kann auf die ersten Recherchen nochmals zurückgegriffen werden. Bei der Auswahl eines neuen Insektenhotels kann nun neben den ersten Informationen die tatsächliche Nutzung einbezogen werden. Zudem können darüber hinaus die Standortbedingungen weiter verbessert werden.

Porträt der Autorin Monika London

Monika London

ist Grundschullehrerin und im Raum Dormagen in NRW freiberuflich tätig mit den Schwerpunkten Mathematiklernen im Kindergarten- und Grundschulalter, Begabtenförderung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Sie ist Mitautorin eines Fachbuchs und veröffentlicht seit 2004 Beiträge in Fachzeitschriften und Sammelbänden.

Porträt des Autors Christoph Maitzen

Christoph Maitzen

ist Diplom-Physiker und arbeitet als Gymnasiallehrer für die Fächer Mathematik und Physik an der Ziehenschule in Frankfurt/Main. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Mathematik 5-10“ (Friedrich Verlag) und aktiv im Verein Mathematik-Unterrichts-Einheiten-Datei (MUED.de). Seit 2008 veröffentlicht er als Autor Fachartikel, Fach- und Schulbücher.

© Headerbild | wirestock/Freepik

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