Skip to content

Fantastillion – Onkel Dagobert und die großen Zahlen

Der reichste Mann der Welt ist der Entenhausener Erpel Dagobert Duck. Auch der zweitreichste Mann ist ein Erpel. Er heißt Mac Moneysac und lebt in Simililand in Südafrika. Erst auf Platz drei kommt mit dem Amerikaner Elon Musk ein Mensch. Doch wie reich Dagobert Duck ist, darüber gibt es unterschiedliche, zum Teil stark widersprüchliche Angaben, und da er, genau wie Donald Trump, seine Steuererklärungen nicht veröffentlicht, wird man die genaue Größe seines Vermögens wohl auch nie erfahren. Der am häufigsten genannte und wahrscheinlichste Wert ist 30 Fantastillionen Taler. Aber wie groß ist die Zahl Fantastillion?

Ein Beitrag von Prof. Dr. Heinrich Hemme

Im Deutschen haben nur die zehn Ziffern, die Zahlen 11 und 12 und einige Zehnerpotenzen eigene Namen. Die Bezeichnungen für alle anderen Zahlen sind aus diesen Namen zusammengesetzt. Die zehn Ziffern heißen null, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht und neun. Dann kommen die erste Zehnerpotenz 101 = 10 = zehn und die beiden Zahlen elf und zwölf. Die letzten zwei Namen haben sich aus den gotischen Wörtern ainlif und twalif entwickelt, die eins darüber hinausgehend und zwei darüber hinausgehend bedeuten, womit gemeint ist, dass die Zahlen um eins bzw. um zwei größer als zehn sind. Somit sind eigentlich auch die Namen von 11 und 12 zusammengesetzte Bezeichnungen.

Namen der Zehnerpotenzen

Die Namen der beiden nächsten Zehnerpotenzen sind 102 = 100 = Hundert und 103 = 1 000 = Tausend. Nach der 103 bekommt nicht mehr jede Zehnerpotenz eine eigene Bezeichnung, sondern nur noch jede dritte. Somit hat erst die Zahl 106 = 1 000 000 wieder einen eigenen Namen. Sie wird Million genannt. Der Begriff ist aus mille entstanden, dem lateinischen Wort für Tausend, und der Vergrößerungsendung ion. Million heißt also eigentlich Großtausend.

Für Zahlen, die größer sind als eine Million, gibt es seit dem 15. Jahrhundert ein Namenssystem, das heute fast überall auf der Welt verwendet wird und als das System der langen Leiter bezeichnet wird. Nur wenige Länder weichen davon ab. In diesem System werden alle Zehnerpotenzen, deren Exponenten Vielfache von 3 sind, mit einem zweiteiligen Namen bezeichnet. Der vordere Teil ist jeweils ein lateinisches Zahlwort wie bi = zwei, tri = drei, quadri = vier, quinti = fünf usw., der hintere Teil heißt immer abwechselnd llion oder lliarde. Auf diese Weise kann man beliebig große Zahlen benennen.

Die Zehnerpotenzen bis 1027 tragen folgende Namen:

Zahl

vorderer Namensteil

hinterer
Namensteil

Name

106

Mi

llion

Million

109 

Mi

lliarde

Milliarde

1012

Bi

llion

Billion

1015

Bi

lliarde

Billiarde

1018

Tri

llion

Trillion

1021

Tri

lliarde

Trilliarde

1024

Quadri

llion

Quadrillion

1027

Quadri

lliarde

Quadrillarde

Wie der Name „Googol“ entstand

Für die Zahl zehn Sexdezilliarden = 10100 gibt es auch einen anderen, weit verbreiteten Namen. 1938 schrieb der amerikanische Mathematiker Edward Kasner die Zahl 10100 auf ein Blatt Papier und forderte seinen neunjährigen Neffen Milton Sirotta auf, einen Namen für diese Zahl zu erfinden. Der Junge nannte sie Googol, und Kasner machte diesen neuen Zahlennamen sehr erfolgreich der Öffentlichkeit bekannt. Für die Zahl 10Googol =  erfand Kasner selbst die Bezeichnung Googolplex. Diese Zahl hätte, wenn man sie ausmultiplizieren würde, mehr Nullen, als das gesamte Universum Elementarteilchen besitzt.

Der Name des Software-Unternehmens Google, das die gleichnamige Internetsuchmaschine betreibt, ist eine Verballhornung des Wortes Googol und soll ihr Bestreben ausdrücken, mit ihrer Suchmaschine möglichst viele Internetseiten zu indizieren. Der Firmenhauptsitz heißt übrigens Googleplex in Anlehnung an die Zahl Googolplex.

Und was ist mit der Fantastillion?

Die Zahl Fantastillion, mit der Dagobert Ducks Vermögen angegeben ist, findet man leider nicht unter all diesen Bezeichnungen. Erst wenn man die wissenschaftliche Literatur gründlich durchsucht, wird man fündig. In dem Fachjournal Walt Disneys Lustiges Taschenbuch entdeckt man in dem am 23. November 1978 erschienenen 57. Band die Definition: Eine Fantastillion ist eine Eins gefolgt von 80 Nullen. Sie entspricht folglich genau der Zahl hundert Tredezillionen. Dagobert Duck besitzt also 3.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Taler. Im Vergleich zu Dogobert Duck ist Elon Musk, der nur etwa 400.000.000.000 Dollar besitzt, ein armer Schlucker.

Zum Abschluss ein Rätsel

Rätselbild

Im Jahr 2009 verschlüsselte der Ukrainer Serhiy Grabarchuk eine große Zahl zu einem quadratischen Muster. Versuchen Sie doch einmal, herauszubekommen, wie viele Stellen die Zahl in Dezimalschreibweise hätte. Schaffen Sie es?

Lösungsbild zum Rätsel

Das Muster besteht aus fünf ineinander verschachtelten Linienzügen. Zieht man sie auseinander, sodass sie der Größe nach absteigend nebeneinanderstehen, kann man das Zahlwort GOOGOL lesen. Ein Googol hat 101 Stellen.

© Headerbild | Marco/Pixabay

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Ab sofort können Sie mit dem Digital-Abo alle Fachartikel aus dem MINT Zirkel am Bildschirm lesen, alle Zusatzmaterialien zu den Beiträgen nutzen, die Beiträge auch als Audioversion anhören und das Ausgabenarchiv bequem durchsuchen. Viermal im Jahr kommt eine neue Ausgabe – für Ihren Wissensvorsprung! Außerdem erhalten Sie im Abo unbegrenzten Zugriff auf sämtliche im MINT Zirkel veröffentlichten Downloads (Arbeitsblätter, Unterrichtsmaterial etc.) und sichern sich weitere exklusive Vorteile.

Beitrag teilen:

Facebook
X
LinkedIn
Pinterest
XING
WhatsApp
Email

Ähnliche Beiträge

Partikel aus tausenden von Atomen
11. August, 2026
Die Seltsamkeiten des Mikrokosmos reichen immer weiter: Jetzt wurden Metallkügelchen über einen Abstand vom Zehnfachen ihres Durchmessers „verschmiert“.
Illustration erstellt von ChatGPT mit dem Prompt „Erstelle eine Illustration für eine Zeitung für Lehrkräfte aus dem MINT-Bereich. Das Thema des Artikels ist ‚KI als Autor‘.“
4. August, 2026
Um den Gedanken des vorangegangenen Artikels weiterzuführen, haben wir ein kleines Experiment unternommen: Was wäre, wenn der Beitrag vollständig durch eine KI erstellt würde?
Illustration von ChatGPT passend zur Geschichte: Junge sitzt lauernd im Vordergrund, im Hintergrund sieht man einen typischen bösen Professor
28. Juli, 2026
Künstliche Intelligenz bietet erhebliches Potenzial zur Weiterentwicklung und Verbesserung des eigenen Unterrichts. Gleichzeitig ist ein reflektierter und bewusster Einsatz unerlässlich, um zu vermeiden, dass Quantität über Qualität gestellt wird oder Arbeitserleichterung zulasten didaktischer Tiefe geht. Im Folgenden stelle ich meine persönlichen Erfahrungen vor und gebe praxisorientierte Tipps.
Ausschnitt aus der Programmierumgebung
21. Juli, 2026
„Vibe Coding“ ist eine Praxis in der Softwareentwicklung, bei der Programme fast ausschließlich über die Eingabe von Befehlen oder Prompts entstehen. Der Trend verändert grundlegend den Weg, über den Software entsteht, wirft aber auch wichtige Fragen auf.
Screenshot aus der App: Quantenradierer
14. Juli, 2026
Wer kennt es nicht? Die Schulexperimente im eigenen Physikunterricht kommen überwiegend gut bei der Klasse an. Doch dann geht es in die Quantenphysik: Der Fokus des Schulunterrichts liegt hier hauptsächlich auf Experimenten zum Photoeffekt oder dem Frank-Hertz-Versuch – Experimente zur Quantenphysik des frühen 20. Jahrhunderts, die meist als Demoexperimente durchgeführt werden. Doch gemäß den Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife wird darüber hinaus auch die unterrichtliche Behandlung von (einzelnen) Quantenobjekten (Elektronen und Photonen) und ihrem Verhalten festgelegt. Die neue App Quantum AR Lab schafft Abhilfe, indem sie das Quantenphysik-Labor in Augmented Reality ins Klassenzimmer holt und eigenständiges Arbeiten ermöglicht.
Junge und Mädchen sitzen lauschend vor einer Grünpflanze
8. Juli, 2026
Pflanzen kommunizieren – das ist keine Esoterik, sondern belegte Pflanzenphysiologie. Was aber, wenn wir ihre elektrischen Signale nicht nur messen, sondern mit KI „übersetzen“ könnten? Ein Bericht aus fünf Jahren Forschung und darüber, was das für den MINT-Unterricht bedeutet.
Grüner Baum von unten fotografiert
30. Juni, 2026
Sie steuern unser Wetter, beeinflussen unsere Gefühle und formten die Evolution: Bakterien sind überall – und laut Peter Wohlleben stark unterschätzt. Ein Gespräch über schlaue Einzeller, die Rettung aus der Klimakrise und das faszinierende Netzwerk der Natur.
Die Diskussionsteilnehmenden sitzen in einem Stuhlhalbkreis auf der Bühne
24. Juni, 2026
Viele Schüler:innen stellen sich im Laufe ihrer Schulzeit dieselbe Frage: Wofür lerne ich das eigentlich? Formeln, Ableitungen, chemische Reaktionsgleichungen oder Programmierlogik erscheinen im Unterricht oft abstrakt und losgelöst von der Lebensrealität. Gerade in den MINT-Fächern fällt es nicht immer leicht, den unmittelbaren Bezug zur späteren Berufswelt zu erkennen.
Riesenkrake in natürlicher Umgebung
17. Juni, 2026
Das Tier des Frühlings kam aus dem Meer: der gestrandete Ostsee-Wal, den Journalist:innen im April „Hope“ oder „Timmy“ tauften, ein Buckelwal, 12,3 Meter lang, tonnenschwer und als Wal ein Mitglied jener Tiere, die bisher als die größten in den Ozeanen galten. Sehr wahrscheinlich ist, dass seine Größe den Rummel um ihn befeuerte. Er wurde geliebt, bemitleidet, hochgejazzt und schließlich als unser aller Meeres-Buddy in eine ungewisse Zukunft entlassen.
Lehrer steht an einer Tafel, auf der mathematische Formeln zu sehen sind
10. Juni, 2026
Mathematik ist weit mehr als Beweise, Herleitungen und abstrakte Strukturen. Sie ist eine elegante Sprache, die unsere Welt ordnet, erklärt und sogar verzaubern kann, wenn man es nur zulässt. Dennoch haftet ihr oft das Vorurteil an, trocken, schwer zugänglich oder gar verstaubt zu sein. Genau diesem Bild sollte im Leistungskurs 11 des Schuljahres 2024/25 am Otto-Hahn-Gymnasium Landau mit der Erstellung eigener Mathematikbücher entgegengewirkt werden.
Nawi-Lernlandschaft bestehend aus Tischen und Stühlen und diversen mobilen Geräten
3. Juni, 2026
Naturwissenschaftliche Fachräume müssen heute mehr leisten als früher: Sie sollen flexible Unterrichtsformen ermöglichen, höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen und pädagogische Entwicklungen wie Individualisierung und selbstorganisiertes Lernen unterstützen. Im Interview beleuchtet Dr. Dr. Dierk Suhr, Bildungsexperte beim Schulausstatter Hohenloher, wie zeitgemäße Raumkonzepte für Biologie, Chemie, Physik und Makerspaces aussehen können.

Vielen Dank für Ihr Interesse am MINT Zirkel! Registrieren Sie sich jetzt hier für den kostenfreien Download der Unterrichtsmaterialien.

Wenn Sie bereits einen MINT-Zirkel-Account eingerichtet haben, können Sie sich hier anmelden.