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Die besten TED Talks zum Thema Bildung – und welche Impulse sie für den Schulalltag bereithalten

Wenn wir uns für ein bestimmtes Thema interessieren und dazu unser Wissen erweitern möchten, ist unsere erste Anlaufstelle oft das Internet, gefolgt von Podcasts, Wissensvideos oder Sachbüchern. TED Talks haben in den vergangenen Jahren in Deutschland zwar sicherlich an Bekanntheit gewonnen, fristen jedoch verglichen mit ihrer Popularität in englischsprachigen Ländern wie den USA oder Großbritannien noch immer ein Schattendasein – das jedoch völlig zu Unrecht.

Ein Beitrag von Silke Panten

TED steht für „Technologie, Entertainment und Design“, die ursprünglichen Themenschwerpunkte der TED Talks. Im Laufe der Zeit haben sich die Themen allerdings erweitert, sodass man heute nicht wenige Präsentationen auch aus Bereichen wie Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, persönliche Entwicklung oder eben Bildung findet. Die TED Talks dauern im Schnitt 15 Minuten und werden etwa von Expert:innen, Aktivist:innen oder Visionär:innen in einer inspirierenden und zugänglichen Weise gehalten. Auch die Plattform selbst gestaltet den Zugang möglichst niedrigschwellig. So kann man die Talks nicht nur mit englischen Untertiteln ansehen oder hören. Ist die Zeit einmal knapp oder sucht man etwas ganz Bestimmtes, kann man sich auch einfach die Transkriptionen der Talks durchlesen; häufig werden die in vielen verschiedenen Sprachen angeboten, darunter nicht selten auch auf Deutsch. Unter den Top Ten der beliebtesten TED Talks des Jahres 2023 waren auch einige aus dem Bildungssektor dabei. Was sie uns zeigen?

Warum es sich mit dem Gamification-Ansatz besser lernt

Platz 2 belegte Luis von Ahn, CEO der Sprachlern-App Duolingo mit seinem interessanten und gleichzeitig äußerst amüsanten Talk „How to make learning as addictive as social media“. Und, Hand aufs Herz, das ist doch wohl der Traum einer jeden Lehrkraft: dass man es schafft, Schüler:innen mit dem eigenen Unterricht so einzunehmen und zu fesseln, wie es sonst nur die sozialen Medien schaffen. Luis von Ahn stammt aus dem wirtschaftsschwachen Guatemala und erkannte schon früh, dass der Zugang zu Bildung eng an das Einkommen gekoppelt ist und dass das Lernen einer Fremdsprache, insbesondere Englisch, das Einkommenspotenzial erheblich steigern kann. Seine Vision ist es, den Zugang zu Bildung so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten, und zwar sowohl aus finanzieller als auch aus psychologischer Sicht. Sein Trick, wie er ihn beschreibt, ist, auf dem Buffettisch des Selbstlernens nicht den unbeliebten Brokkoli neben den süßen Nachtisch zu stellen und darauf zu hoffen, dass sich die Menschen schon für das Richtige, ergo das Gesunde, entscheiden würden. Nein, er brachte den Brokkoli dazu, selbst wie der süße Nachtisch zu schmecken, sodass die Leute gar nicht anders können als zuzugreifen. Und wie schaffte er das? Eines seiner Geheimnisse nennt er den „Streak“. Der Streak macht sichtbar, wie lange die Nutzer:innen bereits lernen. Das geht so: Die App zählt die Tage, an denen die Nutzer:innen eine Lektion absolvieren, und zeigt sie an prominenter Stelle an. Jeden einzelnen Tag klettert die Zahl so nach oben – oder wird zurück auf null gesetzt, wenn an einem Tag einmal nicht gelernt wird. So werden die Nutzer:innen motiviert, jeden Tag aktiv zu werden, und sei es auch nur für eine einzige Lektion. Natürlich, das funktioniert nicht zuletzt deshalb so gut, weil Duolingo es schafft, Sprachen auf spielerische Weise zu vermitteln.

Und wie kann man das im Klassenzimmer anwenden? Der Clue ist, das Interesse und den Spaß am Lernen so hoch zu halten, dass die Motivation bei den Schüler:innen wie von selbst entsteht. Abwechslung ist das Stichwort – oder auch Gamification: Regelmäßig eingesetzte Spiele, Experimente, Teamprojekte, Rätsel oder Exkursionen halten die Schüler:innen auch dann bei der Stange, wenn der Lernstoff einmal mühsam aus dem Lehrbuch erarbeitet werden muss. Apropos, warum nicht auch einmal einen TED Talk nutzen, um den Schüler:innen den Stoff zu vermitteln?

Warum ChatGPT im Grunde auch nur ein Schüler ist

Tablets haben bereits in den meisten Klassenzimmern Einzug gehalten – und mit ihnen die KI | © Bild von zinkevych auf Freepik

Auf Platz 3 der beliebtesten TED Talks 2023 schaffte es OpenAI-Mitbegründer Greg Brockmann mit seinem Talk „The inside story of ChatGPT’s astonishing potential“. Wer also schon lange einmal einen Blick hinter die Kulissen von Wundertool ChatGPT werfen wollte, ist hier genau richtig. Das Spannende an dem Talk – neben all den Funktionen und möglichen Plugins von ChatGPT, die Brockmann auf kurzweilige Weise präsentiert – ist seine Sichtweise auf das Tool. Er spricht von einer „Kind-Maschine“, der man die Welt gezeigt hat, das gesamte Internet, und von der man anschließend wissen möchte, was sie denkt, was als Nächstes komme. Erhält man daraufhin eine Antwort, die einem nicht gut genug erscheint, verbessert man die Antworten der „Kind-Machine“ durch gezieltes und konkretes Feedback. Und das ist durchaus etwas, das sich wunderbar ins Klassenzimmer und auf die eigenen Schüler:innen übertragen lässt.

Warum künstliche Intelligenz das Beste ist, was dem Bildungssektor passieren konnte

Den letzten TED Talk aus den Top Ten von 2023, den wir Ihnen hier vorstellen möchten, ist von Sal Khan und landete auf Platz 6. Im Jahr 2006 gründete Khan eine Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, jedem Menschen überall auf der Welt einen kostenlosen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Seine These: Künstliche Intelligenz (KI) ist das Beste, was dem Bildungsbereich je passieren konnte. Seine Vision: mithilfe von KI jedem Schüler und jeder Schülerin ein Lerntool und jeder Lehrkraft ein Lehrtool zur Verfügung zu stellen. Dass solch ein Tool mit dem „Khanmigo“ in seinen Anfängen bereits existiert und wie das die Lernkurve aller Schüler:innen steigern kann, erklärt Khan in seinem inspirierenden TED Talk „How AI could save (not destroy) education“. Nicht zuletzt möchte er in seinem Talk die Angst vor der KI nehmen. Mit ChatGPT kamen insbesondere im Bildungssektor diverse Ängste auf, etwa: Was ist, wenn ChatGPT nun die Aufsätze und Hausarbeiten schreibt, die eigentlich die Kinder schreiben sollen? 

Nicht nur Schüler:innen profitieren vom Umgang mit KI-Tools – auch für Lehrkräfte können sie eine enorme Erleichterung und Zeitersparnis bewirken | © Bild von prostooleh auf Freepik

Khan zeigt auf, dass es einen Mittelweg gibt, bei dem die KI die Arbeiten nicht für die Schüler:innen schreibt, sondern mit ihnen. Gleichzeitig erklärt er, wie wirkungsvoll KI auch für Lehrkräfte sein kann, um individuellen Unterricht zu gestalten und gleichzeitig Zeit zu sparen, etwa indem sie bei der Erstellung von Unterrichtsplänen hilft oder Tipps gibt, wie bestimmte Themen unterrichtet werden könnten.

Was lernen wir aus seinem Talk? Es bringt nichts, die Augen vor Entwicklungen wie künstlicher Intelligenz und Sprachmodellen wie ChatGPT zu verschließen, sie aus dem Klassenzimmer zu verbannen und zur Anwendung bei den Hausaufgaben zu verbieten. Vielmehr könnte es die Aufgabe der Lehrkraft sein, einen Weg zu finden, wie die KI das Lernen für die Schüler:innen erleichtern kann. Eine Aufgabe, die aktuell zu schwer klingt, um sie umzusetzen? Nun, warum nicht die KI selbst um Hilfe bei diesem Problem bitten?

Headerbild | © Bild von wavebreakmedia_micro auf Freepik

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