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Wenn Bienen Stopp sagen

„Inspiration Biene“ von Thomas Radetzki und Matthias Eckoldt ist ein leidenschaftlich erzähltes Sachbuch, das den Leser nach und nach in die faszinierenden Geheimnisse des Bienenvolkes einweiht.

Man begegnet den Bienen beim Nektarsammeln, beim Schwarmauszug und bei der Suche einer neuen Behausung, lernt ihre Schwänzel-, Rund-, Zitter- und Schwirrtänze kennen, erfährt, wie sie Wachs schwitzen, kämpfen, schlafen und diskutieren, wann sie sich schlagartig verjüngen oder altern und wie sie als soziales Wesen zum Gemeinwohl beitragen.

Ein Superorganismus gerät ins Schwanken

Seit rund 45 Millionen leben Bienen in einem perfekt organisierten Volkszusammenhang, sorgen als zielsichere Bestäuber für die Fruchtbarkeit unseres Planeten, treffen Entscheidungen auf hochdemokratische Weise und reagieren als Superorganismus flexibel und plastisch auf veränderliche Umweltbedingungen. Doch nun kämpft das „erfolgreichste Unternehmen der Welt“ ums Überleben. Das Bienensterben gleicht einem alarmierenden Weckruf, der zeigt, dass unsere Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist – in einem menschendominierten System, das auf Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und auf Wachstumsstreben setzt. Wenn wir die Natur und letztlich auch uns selbst retten wollen, können wir uns von den Bienen inspirieren lassen.

Das Bienenvolk wird als ein zusammenhängender Superorganismus verstanden. (© Angelika Sust)

Ohne Wenn und Aber

Bienen verfügen über ein Stopp-Signal, das zum Einsatz kommt, wenn bisherige Handlungen durch eine veränderte Situation keinen Sinn mehr ergeben. Hat eine Sammelbiene eine ergiebige Nektarquelle aufgespürt, teilt sie ihre Entdeckung anderen Sammelbienen mit, indem sie auf einer mit Duftstoffen besonders gekennzeichneten Wabenfläche tanzt. Die Nachtänzerinnen folgen den Schwänzelbewegungen der Vortänzerin und erhalten so Informationen über die Richtung und die Entfernung der Trachtquelle. Was aber, wenn die Tracht plötzlich nicht mehr existiert – durch einen Mähdrescher oder Rasenmäher zunichtegemacht wurde? Verfügt eine Sammelbiene über aktuellere Informationen als die Vortänzerin, stoppt sie diese mit vehementen und entschlossenen Kopfstößen. Ohne Wenn und Aber, ohne langwierige Diskussionen, ohne Zögern wird der Tanz augenblicklich eingestellt, damit die Suche nach neuen Trachtquellen beginnen kann.

Wer genau hinschaut und neugierig die Lebensprozesse der Bienen beobachtet, kann viel vom Superorganismus Bienenvolk lernen – nicht nur, wie man Kopfstöße verteilt, um einen veralteten Informationsfluss zu stoppen. Das Buch „Inspiration Biene“ steckt voller Ideen und Lebensperspektiven, die kritisch hinterfragt und optimistisch weitergesponnen werden dürfen. Dabei wird überraschendes und unerwartetes Terrain betreten: Es geht um erfolgreiche Unternehmensstrukturen, um Resonanzräume im Bildungssystem, um nachhaltige Landwirtschaft ohne Ausbeutung, um ein gewinnbringendes, am Gemeinwohl orientiertes Miteinander, um Resilienz und Krisenbewältigung …

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Mut machen für Neues

Es ist ein Buch, das Mut macht, zu neuen Horizonten aufzubrechen. Denn auch unsere Situation hat sich verändert. Die Fridays-for-Future-Generation hat es bereits verstanden: Unsere gewohnten Systeme und Verhaltensmuster machen mit einem klaren Blick auf die Realität keinen Sinn mehr. Ob im Bildungsbereich, in der Landwirtschaft, auf Unternehmensebene, im Zwischenmenschlichen oder im Umgang mit der Natur – es ist höchste Zeit, Stopp zu sagen und den nachhaltigen Wandel zu wagen. Ohne Wenn und Aber, ohne langwierige Diskussionen, ohne Zögern. Stopp! Loslassen. Neubeginn.

Angelika Sust


Über die Autorin:

Angelika Sust gründete 2005 in Berlin das Textlabor Sust – Raum für Kinder- und Jugendmedien, Bienenprojekte und Naturpädagogik. Als freie Autorin und Lektorin schreibt und konzeptioniert sie Bienenbücher sowie Kinder- und Jugendbücher für verschiedene Verlage.

AngelikaSust
Angelika Sust

Das Projekt „BIENE UND BILDUNG“:

Das Sachbuch „Inspiration Biene“ bildet das Herzstück des Gemeinschaftsprojektes „Bienen und Bildung“ der Software AG – Stiftung, der Aurelia Stiftung und Klett MINT.

Es wird flankiert durch anregende Unterrichtsentwürfe für den natur- und geisteswissenschaftlichen Schulunterricht, die von Autorinnen und Autoren aus der gesamten Bundesrepublik entwickelt wurden. Auf anregende Weise werden so die vielfältigen Bezüge zwischen Bienen und Bildung erkundet. Alle Akteure des Projekts gestatten es sich, Grenzen auszuloten, sie zu überschreiten, zu durchbrechen, und große und kleine Fragen zu stellen – und sich dabei nicht vom festen Glauben abbringen zu lassen, dass die Beschäftigung mit der Biene lehrreich, anregend und heilsam zugleich sein kann.

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