Skip to content

„Das Schattenbauspiel“ – Anspruchsvolles Training für die Raumwahrnehmung (inkl. Arbeitsblatt)

Nur anhand des Schattenwurfs ein Bauwerk rekonstruieren – das ist die Aufgabe beim „Schattenbauspiel“. Durch unterschiedliche Bauvorlagen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden kann so die Raumerfahrung und das räumliche Vorstellungsvermögen von Kindern der Klassen 1-4 mit viel Begeisterung und Freude trainiert werden.

Das räumliche Vorstellungsvermögen umfasst einige Teilaspekte wie zum Beispiel die Wahrnehmung von Objekten im Raum im Verhältnis zum eigenen Körper, die Lagebeziehungen zwischen zwei unbewegten Objekten und auch die mentale Rotation sowie das gedankliche Zerteilen oder Falten von Objekten. Aufgaben dieser Art stellen daher sehr komplexe Operationen dar, deren Beherrschung für Grundschülerinnen und Grundschüler eine schwierige Herausforderung sein kann.

Der Themenblock „Raumerfahrung“ in der Grundschule

In vielen Schulbüchern finden sich zu diesem Thema nur recht kurze Einheiten. Dies bestätigt auch ein Interview mit Birgit Lehnert, einer Klassenlehrerin aus Herxheim in der Pfalz, die DrittklässlerInnen in Mathematik unterrichtet. Sie konnte das „Schattenbauspiel“ mit ihrer Klasse ausprobieren. Ihrer Meinung nach ist das Spiel „mal was ganz anderes als die zwei, drei Seiten im Mathebuch, die es dazu gibt, und daher auf jeden Fall sinnvoll und anschaffenswert.“ Darüber hinaus war auch die Resonanz der Kinder sehr positiv, obwohl manche Kinder mit ihren eigenen Baukreationen beschäftigt waren: „Die Kinder haben gerne auch ein wenig getüftelt und sich gegenseitig geholfen und hinterfragt – andere waren an den Vorlagen weniger interessiert und haben angefangen Türme zu bauen.“

Wichtige Kompetenz für den Alltag und die weitere schulische Entwicklung fördern

Die Relevanz einer gut ausgebildeten Raumwahrnehmung zeigt sich in alltäglichen Situationen: Wie finde ich mich an einem fremden Ort zurecht? Wie liefere ich eine gute Wegbeschreibung für eine andere Person? Aber auch bei Situationen wie dem Fangen und Werfen eines Balls und der optimalen Beladung einer Umzugskiste oder eines Kofferraums macht man vom eigenen Vorstellungsvermögen Gebrauch. Zusätzlich wird in der Fachliteratur oftmals auf einen engen Zusammenhang zwischen dem räumlichen Vorstellungsvermögen und der Arithmetik verwiesen. Aus diesem Grund darf die Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens als „eines der obersten Ziele des Geometrieunterrichts“ bezeichnet werden

„Das Schattenbauspiel“ im Unterricht einsetzen

Der Aufbau des „Schattenbauspiels“ besteht aus einem Holzkasten, in welchem zwei Kunststoffwände eingesetzt werden können. Auf diesen Wänden werden anschließend die Schattenvorlagen befestigt, die wiederum den Schatten aus der Vorderansicht, der Seitenansicht und der Draufsicht abbilden. Die enthaltenen Bauklötze müssen die Schülerinnen und Schüler nun so platzieren, dass sie die Umrisse der Schattenvorlagen nachbilden. Da immer nur eine Lösung richtig ist und alle drei Ansichten deckungsgleich sein müssen, gestaltet sich das Unterfangen aber schwieriger, als man annehmen möchte. Zusätzlich sorgt auch die Steigerung des Schwierigkeitsgrades der Vorlagen für eine anhaltende Herausforderung der Kinder. Wer alle Vorlagen durchgespielt hat, kann zusätzlich auch eigene Entwürfe auf Blanko-Vorlagen ergänzen. Oder aber man benutzt unser frei für den Unterricht verwendbares Arbeitsblatt mit weiteren Schattenvorlagen. Das Arbeitsblatt kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.


Arbeitsblatt „Das Schattenbauspiel“

Download-PDF Arbeitsblatt Das Schattenbauspiel“


Dusyma’s Unterrichtsimpulse zu „Das Schattenbauspiel“

„Das Schattenbauspiel“

„Neue Ideen für das Schattenbauspiel“

„Erfahrungen mit dem Spiel Schattenbauspiel'“


„Das Schattenbauspiel“ auf einen Blick:

Inhalt/Material: 20 Würfel, 4 Quader lang, 4 Quader kurz, 6 Dreiecke gleichseitig, 4 Dreiecke gleichschenklig, Bausteine aus Buchenholz, 20 Schatten-Vorlagen aus laminiertem Karton, davon 1 Blanko zum Bemalen, 1 abwischbarer Stift, 2 Kunststofftafeln zum Einstecken, 2 Clips zum Befestigen der Vorlagen, Baumwollbeutel, 1 Spielanleitung, in einem Holzkasten mit Schiebedeckel.

Maße: Würfel Kantenlänge 4 cm, Holzkasten 31,5 x 23,5 x 12,5 cm.


Vgl.: http://www.dusyma.com/de/–cms-blog.schattenbauspiel.interview

Vgl.: http://pikas.dzlm.de/pikasfiles/uploads/upload/Material/Haus_7_-_Gute_-_Aufgaben/UM/somawuerfelnetze/Somawuerfelnetz_PIK-Sachinfos-IM.pdf

Radatz, Hendrik; Rickmeyer, Knut (1991): Handbuch für den Geometrieunterricht an Grundschulen. Hannover: Schroedel, S. 17

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Ab sofort können Sie mit dem Digital-Abo alle Fachartikel aus dem MINT Zirkel am Bildschirm lesen, alle Zusatzmaterialien zu den Beiträgen nutzen, die Beiträge auch als Audioversion anhören und das Ausgabenarchiv bequem durchsuchen. Viermal im Jahr kommt eine neue Ausgabe – für Ihren Wissensvorsprung! Außerdem erhalten Sie im Abo unbegrenzten Zugriff auf sämtliche im MINT Zirkel veröffentlichten Downloads (Arbeitsblätter, Unterrichtsmaterial etc.) und sichern sich weitere exklusive Vorteile.

Beitrag teilen:

Facebook
X
LinkedIn
Pinterest
XING
WhatsApp
Email

Ähnliche Beiträge

Drei Personen auf dem Siegerpodest halten ihre Landesfahnen hoch
2. September, 2026
Pflanzen kommunizieren – das ist keine Esoterik, sondern belegte Pflanzenphysiologie. Was aber, wenn wir ihre elektrischen Signale nicht nur messen, sondern mit KI „übersetzen“ könnten? Ein Bericht aus fünf Jahren Forschung und darüber, was das für den MINT-Unterricht bedeutet.
Kinder halten gemeinschaftlich ihre Hände zusammen
26. August, 2026
Kooperation und Vertrauen sind der Schlüssel für ein gelingendes Miteinander. Das gilt gleichermaßen für Familien, Schulen, Unternehmen oder auch Staaten. Durch kooperatives Verhalten kann gemeinsam mehr erreicht werden als allein, und Vertrauen ist eine Basis für effiziente Zusammenarbeit. Wie aber entwickeln sich Kooperation und Vertrauen? Welche Rolle spielt dabei das Elternhaus und welche Möglichkeiten bieten gezielte Interventionen in unserem Bildungssystem zur Steigerung von Kooperation und Vertrauen?
Lehrerin steht hinter Schülern und erklärt etwas auf einem Tablet
19. August, 2026
Seit dem Launch von ChatGPT Ende 2022 ist generative künstliche Intelligenz an vielen Stellen und mit verschiedenen Tools in der Bildungsarbeit angekommen. Parallel steigen die Erwartungen an Lehrkräfte, die Technologie kompetent einzusetzen und im Unterricht zu thematisieren. Was jedoch zu diesen KI-Kompetenzen gehört, ist komplex und häufig schlecht greifbar. Um in diesem Bereich mehr Orientierung zu ermöglichen, stellen Susanne Alles, Joscha Falck, Manuel Flick und Regina Schulz ein Kompetenzmodell für die Bildungspraxis vor.
Partikel aus tausenden von Atomen
11. August, 2026
Die Seltsamkeiten des Mikrokosmos reichen immer weiter: Jetzt wurden Metallkügelchen über einen Abstand vom Zehnfachen ihres Durchmessers „verschmiert“.
Illustration erstellt von ChatGPT mit dem Prompt „Erstelle eine Illustration für eine Zeitung für Lehrkräfte aus dem MINT-Bereich. Das Thema des Artikels ist ‚KI als Autor‘.“
4. August, 2026
Um den Gedanken des vorangegangenen Artikels weiterzuführen, haben wir ein kleines Experiment unternommen: Was wäre, wenn der Beitrag vollständig durch eine KI erstellt würde?
Illustration von ChatGPT passend zur Geschichte: Junge sitzt lauernd im Vordergrund, im Hintergrund sieht man einen typischen bösen Professor
28. Juli, 2026
Künstliche Intelligenz bietet erhebliches Potenzial zur Weiterentwicklung und Verbesserung des eigenen Unterrichts. Gleichzeitig ist ein reflektierter und bewusster Einsatz unerlässlich, um zu vermeiden, dass Quantität über Qualität gestellt wird oder Arbeitserleichterung zulasten didaktischer Tiefe geht. Im Folgenden stelle ich meine persönlichen Erfahrungen vor und gebe praxisorientierte Tipps.
Ausschnitt aus der Programmierumgebung
21. Juli, 2026
„Vibe Coding“ ist eine Praxis in der Softwareentwicklung, bei der Programme fast ausschließlich über die Eingabe von Befehlen oder Prompts entstehen. Der Trend verändert grundlegend den Weg, über den Software entsteht, wirft aber auch wichtige Fragen auf.
Screenshot aus der App: Quantenradierer
14. Juli, 2026
Wer kennt es nicht? Die Schulexperimente im eigenen Physikunterricht kommen überwiegend gut bei der Klasse an. Doch dann geht es in die Quantenphysik: Der Fokus des Schulunterrichts liegt hier hauptsächlich auf Experimenten zum Photoeffekt oder dem Frank-Hertz-Versuch – Experimente zur Quantenphysik des frühen 20. Jahrhunderts, die meist als Demoexperimente durchgeführt werden. Doch gemäß den Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife wird darüber hinaus auch die unterrichtliche Behandlung von (einzelnen) Quantenobjekten (Elektronen und Photonen) und ihrem Verhalten festgelegt. Die neue App Quantum AR Lab schafft Abhilfe, indem sie das Quantenphysik-Labor in Augmented Reality ins Klassenzimmer holt und eigenständiges Arbeiten ermöglicht.
Junge und Mädchen sitzen lauschend vor einer Grünpflanze
8. Juli, 2026
Pflanzen kommunizieren – das ist keine Esoterik, sondern belegte Pflanzenphysiologie. Was aber, wenn wir ihre elektrischen Signale nicht nur messen, sondern mit KI „übersetzen“ könnten? Ein Bericht aus fünf Jahren Forschung und darüber, was das für den MINT-Unterricht bedeutet.
Grüner Baum von unten fotografiert
30. Juni, 2026
Sie steuern unser Wetter, beeinflussen unsere Gefühle und formten die Evolution: Bakterien sind überall – und laut Peter Wohlleben stark unterschätzt. Ein Gespräch über schlaue Einzeller, die Rettung aus der Klimakrise und das faszinierende Netzwerk der Natur.
Die Diskussionsteilnehmenden sitzen in einem Stuhlhalbkreis auf der Bühne
24. Juni, 2026
Viele Schüler:innen stellen sich im Laufe ihrer Schulzeit dieselbe Frage: Wofür lerne ich das eigentlich? Formeln, Ableitungen, chemische Reaktionsgleichungen oder Programmierlogik erscheinen im Unterricht oft abstrakt und losgelöst von der Lebensrealität. Gerade in den MINT-Fächern fällt es nicht immer leicht, den unmittelbaren Bezug zur späteren Berufswelt zu erkennen.
Riesenkrake in natürlicher Umgebung
17. Juni, 2026
Das Tier des Frühlings kam aus dem Meer: der gestrandete Ostsee-Wal, den Journalist:innen im April „Hope“ oder „Timmy“ tauften, ein Buckelwal, 12,3 Meter lang, tonnenschwer und als Wal ein Mitglied jener Tiere, die bisher als die größten in den Ozeanen galten. Sehr wahrscheinlich ist, dass seine Größe den Rummel um ihn befeuerte. Er wurde geliebt, bemitleidet, hochgejazzt und schließlich als unser aller Meeres-Buddy in eine ungewisse Zukunft entlassen.

Vielen Dank für Ihr Interesse am MINT Zirkel! Registrieren Sie sich jetzt hier für den kostenfreien Download der Unterrichtsmaterialien.

Wenn Sie bereits einen MINT-Zirkel-Account eingerichtet haben, können Sie sich hier anmelden.