Skip to content

Lotuseffekt zum Staunen und Selbermachen

Trotz Regen trockene Füße? Das war nicht immer so! Grund für diese mittlerweile fast schon selbstverständlich gewordene Tatsache ist die wasserabweisende Wirkung von Schuhen bzw. Schuhcremes. Diese machen sich einen faszinierenden Mechanismus zu Nutze: den Lotuseffekt. Inspiriert aus der Pflanzenwelt findet er Anwendung in vielen Bereichen: bei Putzmitteln oder Lacken, aber auch in unserer Kleidung, z.B. als Schutz vor der berühmt berüchtigten Tomatensoße. Er lässt sich durch die Verrußung von Oberflächen leicht herstellen und bietet somit Potential für einen spannenden Unterricht mit Schülerversuchen.

Die Baden-Württemberg Stiftung möchte das naturwissenschaftliche Interesse der Schülerinnen und Schüler durch ihr Programm „mikro makro mint“ wecken und Schülerforschungsprojekte fachlich und finanziell fördern. Zusammen mit Klett MINT wurde ein Buch mit Arbeitsblättern und Experimenten zum Thema „Forschen in der Schule“ entwickelt. Als kleine Kostprobe aus dem Forscherbuch wird im Folgenden das Arbeitsblatt für eine experimentierfreudige Doppelstunde zum Thema Lotuseffekt vorgestellt. In dem Buch finden Sie auch Hinweise zur Vorbereitung und Anstöße für spannende Folgeexperimente.

Arbeitsblatt zum Lotuseffekt: Sauber abgeperlt – Ein rußiger Einstieg

Forscher-Checkliste

  • Löffel in verschiedenen Größen
  • unterschiedliche Kerzen (oder/und Brennpaste, Grillanzünder …)
  • Wasserglas
  • Streichholzer oder Feuerzeug
  • Pipette
  • Wasser
  • feuerfeste Unterlage, notfalls Alufolie für den Tisch

Kaum zu glauben: Hier machen wir mit Schmutz sauber! An einer „dreckigen“ Schicht Ruß perlt Wasser ab. Diese Eigenschaft, Wasser oder andere Stoffe von einer Oberfläche abzuweisen und Tropfen auf der Oberfläche wie Murmeln herunterlaufen zu lassen, nennt man den „Lotuseffekt“.

Auf dem Weg zum Lotus-Spezialisten für perfekte Schutzschichten hier zum Einstieg zwei spannende Forscheraufgaben: Wie lässt sich eine möglichst gute Lotus-Rußschicht erzeugen? Welche Kerzen bzw. Brennmaterialien führen zu den besten Ergebnissen?

Vorbereitungen: Besprich in deiner Gruppe die einzelnen Forschungsschritte und hole erst dann das Material in den Mengen, die ihr tatsächlich benötigt. Erst wenn alles am Arbeitsplatz ist, solltet ihr mit den Untersuchungen beginnen.

Erster Eintrag ins Laborbuch:

  • Name des Forscherblattes, Datum, Gruppenmitglieder + Aufgaben
  • Welche Art von Löffel wird benutzt?
  • Auf welcher Seite soll der Löffel berußt werden?
  • Erstelle eine Tabelle für die Versuchsergebnisse.

Durchführung Versuch 1

1. Fülle das Glas bis zur Hälfte mit Wasser.
2. Stelle eine Kerze auf den Labortisch (feuerfeste Unterlage nicht vergessen!) und zünde diese an.
3. Halte den Löffel mit der gewählten Seite schräg so über die Flamme, dass diese rußt und sich eine Rußschicht auf der Oberfläche des Löffels bildet.
Achtung! Der Löffel wird sehr heiß!
4. Lass den Löffel abkühlen.
5. Entnimm mit der Pipette Wasser aus dem Glas und gib einen Tropfen in oder auf den Löffel.
6. Für besonders Aufgeweckte: Miss jeweils die Zeit, die der Löffel über die Kerze gehalten wird.

Durchführung Versuch 2

Wiederhole die Arbeitsschritte aus Versuch 1 mit vier Löffeln, die du nach unterschiedlichen Verfahren mit einer Rußschicht versiehst. Ändere dabei entweder den Löffel, die Zeit über der Kerze oder die Höhe, in der du den Löffel über die Kerze hältst. Du kannst natürlich auch verschiedene Kerzen testen.
Achtung: Bei diesem Versuch ist es sehr wichtig, dass immer nur eine Sache geändert wird. Wenn du die Höhe über der Kerze erforschen willst, dann nimm immer gleiche Löffel, die gleiche Kerze und die gleiche Löffelform. Beobachte genau die Unterschiede zwischen den einzelnen Versuchen.

Laborbucheintrag

  • Notiere deine Beobachtungen zum Versuch.
  • Wie verhält sich der Wassertropfen auf der berußten Fläche?
  • Wie verhält sich im Vergleich dazu ein Wassertropfen normaler weise in oder auf einem Löffel? Beschreibe den Unterschied.
  • Notiere deine Beobachtungen zum Versuch.
  • Wie verhält sich das Wasser auf den unterschiedlich berußten Oberflächen? Entdeckst du Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
  • Was ist deiner Meinung nach die beste Art, eine Lotus-Rußschicht herzustellen?

Wenn du mit beiden Versuchen fertig bist, räume alle Materialien wieder auf, reinige den Löffel mit Spülmittel und Wasser und putze deinen Arbeitsplatz.

Dieses und weitere Arbeitsblätter können hier heruntergeladen werden.

Melden Sie Ihre jungen Forscher an beim Programm „mikro makro mint“ der Baden-Württemberg Stiftung

Der Lotuseffekt hat Ihren Schülerinnen und Schülern imponiert und deren Forschergeist geweckt? Sie wollen ein eigenes Projekt auf die Beine stellen, es fehlen aber noch die finanziellen Mittel? Dann bewerben Sie sich für eine Teilnahme am Programm „mikro makro mint“ der Baden-Württemberg Stiftung, das Schülerprojekte für ein Schuljahr mit bis zu 2500 Euro fördert. Teilnahmebedingungen, Bewerbungsbogen und weitere Informationen finden Sie hier oder unter www.mikromakromint.de

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Mehr davon finden Sie in unserer Lehrerzeitung MINT Zirkel! Mit dem digitalen MINT Zirkel-Abo erhalten Sie regelmäßig neue Ausgaben der digitalen Lehrerzeitung – vollgepackt mit praxisnahen Fachartikeln, didaktisch fundierten Materialien und exklusiven MINT Zirkel-Zusatzmaterialien. Speziell für Lehrkräfte im MINT-Bereich.

Beitrag teilen:

Facebook
X
LinkedIn
Pinterest
XING
WhatsApp
Email

Ähnliche Beiträge

Sitzungssaal mit vielen Menschen
7. Januar, 2026
Ende 2024 gingen, zum Teil von den Medien un(ter)beobachtet, mehrere UN-Konferenzen zu Ende, die sämtlich um den Erhalt unserer Umwelt gerungen haben. Inzwischen neigt sich 2025 dem Ende zu und wir befinden uns weiterhin auf einem desaströsen Pfad des sich beschleunigenden Klimawandels, Artenverlustes und der Umweltverschmutzung.
Zwei gefüllte Champagnergläser vor Bokeh-Hintergrund
30. Dezember, 2025
Das Schuljahr ist wieder gestartet. Für Millionen Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern fühlt sich der Alltag jetzt, nach dem Sommer, ähnlich an wie der davor. Es gibt wieder: frühes Aufstehen, verstopfte Schultoiletten, Formeln, Vokabeln und unrenovierte Gebäude. Für alle, die dabei Gefahr laufen, in den Trott vom letzten Jahr zu verfallen, hilft vielleicht der Blick auf zwei wissenschaftliche Highlights der letzten Zeit.
Eine Frau, von der nur die Arme zu sehen sind, hält ein Glas mit einem künstlichen Weihnachtsbaum ins Bild
23. Dezember, 2025
Das populärwissenschaftliche britische Magazin New Scientist erscheint seit 1956 jede Woche. Von 1967 bis 1977 enthielt es die Kolumne „Tantalizer“ (auf Deutsch: „Peiniger“) mit mathematischen und logischen Rätseln, die von dem britischen Philosophen Martin Hollis geschrieben wurden. Seit dem 22. Februar 1979 findet man in dem Magazin eine Denksportkolumne mit dem Titel „Enigma“ (auf Deutsch: „Rätsel“). Die Kolumne lief fast 35 Jahre lang, als am 28. Dezember 2013 das 1780. und letzte „Enigma“ erschien. Am 2. Januar 2013 stellte Peter Chamberlain das folgende Rätsel.
Adventsgesteck mit vier roten brennenden Kerzen
16. Dezember, 2025
Advent ist nicht nur die Zeit des Lichts, sondern auch des Nachdenkens – und manchmal sogar des logischen Denkens. Das folgende Rätsel bringt die feste Struktur des Adventsbrauchs mit einer kleinen mathematischen Herausforderung zusammen. Perfekt für alle, die gern über Kerzen hinaus in Zahlen denken. Viel Freude beim Knobeln!
Rentier im Schnee
9. Dezember, 2025
Weihnachten 1939 gab die Kaufhauskette „Montgomery Ward“ aus Chicago ein von Robert Lewis May entworfenes Malbuch für Kinder heraus, das von einem Rentier mit einer leuchtend roten Nase namens Rudolph handelte. 1949 landete Gene Autry mit dem darauf basierenden von Johnny Marks geschriebenen Weihnachtslied „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ einen Welthit. Die Geschichte des rotnasigen Rentiers ist auch mehrfach verfilmt worden.
Leere Liste vom Weihnachtsmann inmitten weihnachtlicher Dekoration wie Zuckerstange und Weihnachtsmütze
2. Dezember, 2025
Simone Falk-Hiller wurde 1966 in Bremen geboren. Sie ist Betriebswirtin und Programmiererin, arbeitet als Lehrbeauftragte an der Lüneburger Universität Leuphana und bietet an Volkshochschulen Programmierkurse an. Außerdem ist sie eine sehr kreative Erfinderin von Denksportaufgaben. 2023 entwarf sie folgende Knobelei.
Geschmückter Tannenbaum steht in mystischerr Kulisse
26. November, 2025
Das populärwissenschaftliche britische Magazin New Scientist erscheint seit 1956 jede Woche. Von 1967 bis 1977 enthielt es die Kolumne „Tantalizer“ (auf Deutsch: „Peiniger“) mit mathematischen und logischen Rätseln, die von dem britischen Philosophen Martin Hollis geschrieben wurden. Seit dem 22. Februar 1979 findet man in dem Magazin eine Denksportkolumne mit dem Titel „Enigma“ (auf Deutsch: „Rätsel“). Die Kolumne lief fast 35 Jahre lang, als am 28. Dezember 2013 das 1780. und letzte „Enigma“ erschien. Am 2. Januar 2013 stellte Peter Chamberlain das folgende Rätsel.
LEGO Education Science im Unterricht
26. November, 2025
Es kann frustrierend sein, sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen: Man gibt alles, gestaltet den Unterricht abwechslungsreich, sucht lebensnahe Beispiele, und trotzdem scheint das Interesse mancher Kinder und Jugendlichen schnell zu schwinden. Spätestens beim Korrigieren der Klassenarbeiten fragt man sich: Haben wir dieses Thema überhaupt behandelt? Was bleibt, ist das Gefühl, dass Wissen zwar vermittelt, aber nicht wirklich verankert wurde.
Junge Frau hält eine Tasse mit Kakao und Marshmallows in der Hand, während sie ein Buch liest
19. November, 2025
Vorweihnachtszeit, Advent und dann endlich die Tage zwischen den Jahren: Endlich wieder ein wenig mehr Ruhe, um etwas Spannendes aus der MINT-Welt zu lesen. Stöbern Sie mit uns – hier kommen unsere Lektüreempfehlungen für die Weihnachtstage.
Pappschild mit einer farbigen Zeichnung einer brennenden Erde
19. November, 2025
Schon längst ist der Klimawandel kein politisches oder gesellschaftliches Randthema mehr. Die Klimaveränderungen sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf Natur und Mensch betreffen uns alle. Hinzu kommt, dass vor allem die nachfolgenden Generationen mit den Folgen der globalen Erderwärmung umgehen und leben lernen müssen. Dafür ist es wichtig, dass schon Kinder verstehen, wie diese Veränderungen entstehen, welche Lebensgrundlagen dadurch bedroht sind und wie sie aktiv eine lebenswerte Zukunft für alle gestalten können.
Farbige Kuchen mit Garnitur
19. November, 2025
Die molekulare Küche, die ihren Ursprung in der Spitzengastronomie hat, bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Zubereitung und Präsentation von Speisen. Ein bekanntes Beispiel sind Alginatperlen, die als „Fruchtkaviar“ bekannt wurden und heute bei Jugendlichen in Bubble Tea als „Popping Boba“ große Beliebtheit genießen. Abgesehen von derartigen spielerischen Aspekten hält die molekulare Küche jedoch auch praktische Anwendungen bereit, etwa im Bereich Gesundheit und Pflege. Im Klassenzimmer verbindet sie kulinarische Kreativität mit naturwissenschaftlichem Lernen und macht Chemie im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.
Erde gibt den Blick frei auf zwei andere Planeten
12. November, 2025
Inzwischen ist der Nachweis von Planeten bei anderen Sternen Routine. Nun können Superteleskope sogar deren Atmosphären analysieren – und vielleicht bald Lebensspuren entdecken.

Vielen Dank, dass Sie sich für den MINT Zirkel interessieren. Registrieren Sie sich jetzt, um Zugriff auf alle Zusatzmaterialien zu erhalten oder melden Sie sich mit Ihren bestehenden Zugangsdaten zu Ihrem “Mein MINT Zirkel-Account“ an.