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Wie Schülerpräsentationen Wissen lebendig werden lassen

Mit dem Präsentationswettbewerb Jugend präsentiert anschauliches Präsentieren naturwissenschaftlicher Themen fördern: Gebannt blickt das Publikum auf die große Bühne des Kino International in Berlin, als Pauline vorsichtig das Blatt Papier zwischen den kopfüber aufeinander stehenden Gläsern zieht. Die Gläser hat sie zuvor einmal mit kaltem und einmal mit warmem Wasser gefüllt und zur Veranschaulichung verschieden eingefärbt. Es klappt! Das kalte und das warme Wasser verbinden sich nicht und damit hat sie einleuchtend visualisiert, wie durch die Verschiebung der Meeresströmungen eine Eiszeit auf Europa zukommen könnte.

Wettbewerb bundesweit ausgeschrieben

Die 18‐jährige Schülerin des Julius‐Echter‐Gymnasiums in Elsenfeld ist eine von sechs Finalistinnen und Finalisten des Jugend präsentiert Schülerwettbewerbs, die an diesem Sonntagvormittag vor rund 450 Menschen ihre Präsentationen zum Thema „Bewegung“ vortragen und um die ersten drei Plätze auf dem Siegerpodest kämpfen. Zusammen mit über 1000 anderen Schülerinnen und Schülern aus dem ganzen Bundesgebiet hatte sich Pauline gut ein halbes Jahr zuvor mit einem 5‐minütigen Videoclip einer Präsentation zu einem naturwissenschaftlich‐mathematischen Thema bei Jugend präsentiert beworben. Bewerben können sich alle Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen ab Klasse fünf. Die technischen Hürden für ein solches Bewerbungsvideo sind niedrig gehalten, das Abfilmen einer Präsentation aus dem Unterricht ist völlig ausreichend und das Einreichen der Videos geschieht über die Webseite von Jugend präsentiert.

Präsentieren üben im außerschulischen Kontext

Mit ihrem Bewerbungsvideo überzeugte Pauline die Jury und wurde zu einer von sechs regionalen Qualifikationsrunden eingeladen. Hier stand sie mit rund 300 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor der Aufgabe, das Thema ihrer Bewerbungspräsentation noch einmal „live“ vor einer Jury zu präsentieren. Doch zuvor bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch ein kompaktes Präsentationstraining, denn im Wettbewerb soll nicht das Gewinnen eines Preises im Vordergrund stehen, sondern die Schülerinnen und Schüler sollen in erster Linie persönlich dazugewinnen und die Möglichkeit bekommen, sich im außerschulischen Kontext ausprobieren zu können.

Unterrichtsmaterialien zur Förderung der Präsentationskompetenz

Pauline und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter profitieren von einem Programm, das vor gut fünf Jahren von der Klaus Tschira Stiftung ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit ihrem Kooperationspartner Wissenschaft im Dialog, Berlin, verfolgt die Stiftung damit das Ziel, die Präsentationskompetenz von Schülerinnen und Schülern zu verbessern und ihnen damit schon in der Schule Handwerkszeug mit auf den Weg zu geben, das auch in Ausbildung und Beruf später sehr gefragt ist. Dabei soll es nicht in erster Linie darum gehen, eine Power‐Point‐Präsentation zu beherrschen, sondern vor allem, ein Thema so zu durchdringen, dass es anschaulich und begeisternd vermittelt werden kann.

Dafür wurden von einer Arbeitsgruppe am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen Unterrichtsmaterialien entwickelt, die im naturwissenschaftlich‐mathematischen Unterricht eingesetzt werden können, um das Thema Präsentieren zu üben. Damit die Materialien Eingang in den Unterricht finden, werden begleitend dazu deutschlandweit Seminare für Lehrerinnen und Lehrer angeboten.

 

Wie Schülerpräsentationen Wissen lebendig werden lassen
© Gerhard Kopatz für Jugend präsentiert

Teilnehmende erhalten mehrtägiges Präsentationstraining

Ein solches Training haben auch Lehrer von Pauline besucht und Jugend präsentiert mittlerweile fest an ihrer Schule verankert. Trotzdem ist es für die Schülerinnen und Schüler ein ganz besonderes Erlebnis, im Laufe des Wettbewerbs im außerschulischen Kontext das Thema Präsentieren zu üben. Denn auch „live“ kann Pauline in der regionalen Qualifikationsrunde die Jury überzeugen und steht nicht nur im großen Finale sondern gewinnt zusammen mit 150 weiteren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an der Präsentationsakademie. An zweieinhalb Tagen gibt es hier nicht nur ein intensives, auf den Materialien von Jugend präsentiert basierendes, Präsentationstraining, sondern auch ein buntes Rahmenprogramm vor dem Hintergrund der Naturwissenschaften ‐ und viele neue Freundschaften.

Am Ende der Präsentationsakademie steht die spannende Verkündung des Themas für das große Bundesfinale. Mit dem Thema „Bewegung“ und jeder Menge Neuerlerntem zum Thema Präsentieren im Gepäck, tritt Pauline die Heimreise an. Rund zwei Monate hat sie nun Zeit, ihre Finalpräsentation vorzubereiten, bevor es nach Berlin geht.

Im Finale sind analoge und digitale Medien gefragt

Und schneller als gedacht ist es auch schon soweit: Aus ganz Deutschland reisen die Finalistinnen und Finalisten nach Berlin. Auch wenn die Spannung auf die nächsten zwei Tage groß ist, überwiegt erst einmal die Wiedersehensfreude, die während eines Begrüßungsprogramms am ersten Abend noch etwas ausgekostet werden kann. Trotzdem wird es am nächsten Tag ernst, denn nun heißt es in zwei Runden das zu präsentieren, was die letzten Wochen sorgfältig ausgearbeitet und vorbereitet wurde. In einer ersten Runde sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, mit digitalen Medien zu präsentieren. In der zweiten Runde sind dann nur analoge Medien erlaubt, hier geht es darum, das Thema z.B. anhand eines Anschauungsobjektes, Experiments oder selbstgestalteten Posters zu veranschaulichen.

Am Ende eines langen und erlebnisreichen Tages werden die sechs Präsentationen verkündet, die am nächsten Tag noch einmal um die ersten drei Plätze gegeneinander antreten. Und so findet sich auch Pauline auf der großen Bühne des Kino International wieder und meistert souverän ihr kniffliges Experiment. Als am Ende ihr Name aufgerufen wird und sie mit ihrer Präsentation den ersten Platz belegt, kann sie es kaum fassen: „Dass man unter so vielen Bewerbern am Ende tatsächlich an der Spitze steht, ist wirklich ein unglaubliches Gefühl!“ jubelt sie glücklich.

Die drei ersten Plätze freuen sich nun auf ein Wiedersehen in Berlin, denn als Preis gibt es einen Städtetrip in die Hauptstadt, diesmal ohne Präsentieren, dafür mit vollem Programm aus dem, was Berlin an Wissenschaft, Geschichte und Kultur zu bieten hat. Eine Bewerbung für die Wettbewerbsrunde 2018 ist von 6. November 2017 bis 7. März 2018 möglich.

Hier finden Sie Termine und weitere Informationen zum Programm von Jugend präsentiert.

Friederike Gräßer

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