Skip to content

Bei Neumond sind die Nächte dunkel

Wenn der Mond zwischen Sonne und Erde steht, ist er von der Erde aus nicht zu sehen. Warum das so ist, lässt sich den Kindern in einem abgedunkelten Klassenzimmer mit Taschenlampe und einer Styroporkugel erklären.

Mal ist der Mond gar nicht oder nur als Sichel, dann halb und schließlich ganz zu sehen, meistens nachts, manchmal aber auch am Tag, mal nur knapp über dem Horizont und dann wieder hoch am Himmel. Die kosmischen Abläufe, die all dem zugrunde liegen, strapazieren unsere Vorstellungskraft.

Wann der Mond wie zu sehen ist: die Mondphasen

Der auf der Nordhalbkugel geltende Merksatz zum Lauf der Sonne trifft auch für den Mond zu. Er geht im Osten auf, zieht über den Süden hinweg und geht im Westen unter. Dass wir Sonne und Mond von Ost nach West über den Himmel wandern sehen, lässt sich leicht nachvollziehen. Es hat mit der Rotation der Erde zu tun, die sich in 24 Stunden einmal um ihre Achse dreht. Dadurch scheint sich um uns herum alles am Himmel in dieselbe Richtung zu bewegen: Sonne, Mond und auch die Sterne, die sich scheinbar um den Polarstern drehen.

Immer wird ein gleich großer Teil der Mondoberfläche von der Sonne beschienen, nämlich die der Sonne zugewandte Hälfte des Mondes. Allerdings sehen wir von der Erde aus nur bei Vollmond diese vollständig beleuchtete Halbkugel unseres Trabanten. Dann haben wir die Sonne quasi „im Rücken“ und sie scheint aus irdischer Sicht frontal auf den Mond. Die Sonne steht bei Vollmond auf der einen Seite der Erde, der Mond auf der anderen: Sonne, Erde und Mond bilden – grob vereinfacht – eine Linie.

 

Mit der Sonne "im Rücken" sehen wir die von ihr erleuchtete Seite des Mondes (Vollmond). Stehen Sonne, Erde und Mond im rechten Winkel, ist Halbmond. Wenn der Mond zwischen der Sonne und uns steht, sehen wir ihn gar nicht. © Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

Mit der Sonne „im Rücken“ sehen wir die von ihr erleuchtete Seite des Mondes (Vollmond). Stehen Sonne, Erde und Mond im rechten Winkel, ist Halbmond. Wenn der Mond zwischen der Sonne und uns steht, sehen wir ihn gar nicht. © Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

 

Von der Vollmond-Position aus wandert der Mond allmählich auf seiner Bahn um die Erde, bis Sonne, Erde und Mond einen rechten Winkel bilden und der Mond „vor“ unserem Planeten steht. Jetzt strahlt aus unserer Perspektive nur noch ein Viertel des „abnehmenden“ Mondes hell vom Himmel; das andere von der Sonne angestrahlte Viertel können wir von der Erde aus nicht sehen. Anschließend sehen wir immer weniger vom Mond, bis er schließlich zwischen uns und der Sonne steht und wir ihn – jetzt am Taghimmel – gar nicht mehr erkennen können. Schon ein oder zwei Tage später sieht man wieder eine dünne Sichel. Danach wandert der Mond weiter um die Erde herum und „nimmt zu“, bis er wieder zum Halbmond und schließlich zum Vollmond wird.

Den Vollmond sieht man nur nachts

Den Vollmond sieht man nur nachts, weil er aufgeht, während die Sonne untergeht (und weil der Vollmond morgens bei Sonnenaufgang wieder untergeht). Die schmale Sichel unmittelbar vor und nach Neumond sieht man nur tagsüber, weil der Mond sich dann in der Richtung befindet, wo aus irdischer Perspektive auch die Sonne steht. Und deswegen sind die Nächte bei Neumond auch „mondlos“ und daher dunkel!

Die Mondphasen im Handversuch

Dieses Mitmach-Experiment veranschaulicht auf einfache Weise, wie die verschiedenen Mondphasen entstehen. Die Kinder nehmen dabei die Position der Erde ein. Sie stehen in einiger Entfernung von der Lichtquelle (Sonne) und betrachten den Mond (am ausgestreckten Arm gehaltene Styroporkugel) aus irdischer Perspektive. Sie drehen sich allmählich um sich selbst und bringen den Mond so in die vier Positionen Vollmond, abnehmender Halbmond, Neumond, zunehmender Halbmond (und wieder Vollmond).

Immer zwei Kinder bilden eine Gruppe. Die Gruppen können auch größer gehalten und um Beobachtende ergänzt werden. Die Kinder sollten ihre Beobachtungen der einzelnen Mondphasen auf einem Blatt Papier in Form von Zeichnungen festhalten.

Materialien

  • Taschenlampe(n) – je nach Anzahl der Sonne-Mond-Gruppen
  • Styroporkugel(n) (beliebig groß) auf einem langen Schaschlikspieß

 

Vollmond © Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

 

Abnehmender Halbmond © Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

 

Neumond © Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

 

Zunehmender Halbmond © Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

 

So stellen die Kinder die Mondphasen dar

Für den genauen Ablauf des Mitmach-Experimentes geben Sie folgende Anweisungen und stellen die folgenden Fragen.

  1. Stell dich mit dem Rücken zur Taschenlampe.
    Halte den Mond hoch und beobachte: Wie sieht der Mond aus? Wo ist er hell? Wo ist er dunkel?
  2. Dreh dich gegen den Uhrzeigersinn weiter. Bleib seitlich (mit der linken Schulter) zur Taschenlampe stehen.
    Halte den Mond hoch und beobachte: Wie sieht der Mond jetzt aus? Wo ist er hell und wo dunkel?
  3. Dreh dich noch etwas weiter. Bleib stehen, wenn du genau zur Taschenlampe schaust.
    Halte den Mond hoch und beobachte: Wo ist der Mond hell? Wo ist er dunkel?
  4. Dreh dich noch einmal weiter. Bleib seitlich (mit der rechten Schulter) zur Taschenlampe stehen.
    Halte den Mond hoch und beobachte: Wo ist der Mond hell? Wo ist der Mond dunkel?

Nach einer Runde sollten sich die Kinder abwechseln und Mond und Sonne tauschen.

Tipps: Achten Sie darauf, dass die Kinder bei „Vollmond“ nicht durch ihren eigenen Schatten den Mond verdunkeln – das wäre ungewollt eine „Mondfinsternis“. Die Mondkugel muss am ausgestreckten Arm hoch genug gehalten werden. Der Raum muss abgedunkelt sein, damit kein Tageslicht stört, und das Kind, das die Sonne darstellt (also die Taschenlampe hält), muss stillstehen.

Eine Eselsbrücke für die Mondphasen

Vielleicht kennen Sie diese Hilfe noch aus Ihrer Schulzeit – sie funktioniert mit der vereinfachten Ausgangsschrift oder der Sütterlinschrift:

  • den abnehmenden Halbmond erkennt man am a
  • den zunehmenden Halbmond erkennt man am z

Eselsbrücke Mondphasen

© Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ)

Das Experiment ist im Rahmen der Zusammenarbeit von DLRKlett MINT und dem SFZ entstanden. Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) mit Sitz in Köln hat zusammen mit Klett MINT und dem SFZ (Schülerforschungszentrum Südwürttemberg) bereits einige Themenhefte entwickelt und herausgegeben, darunter eines mit dem Titel „Erde und Mond“. Hier finden Sie weitere spannende Mitmach-Experimente. Das Heft können Sie kostenlos unter folgendem Link bestellen: www.mint-zirkel.de/dlr

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Mehr davon finden Sie in unserer Lehrerzeitung MINT Zirkel! Mit dem digitalen MINT Zirkel-Abo erhalten Sie regelmäßig neue Ausgaben der digitalen Lehrerzeitung – vollgepackt mit praxisnahen Fachartikeln, didaktisch fundierten Materialien und exklusiven MINT Zirkel-Zusatzmaterialien. Speziell für Lehrkräfte im MINT-Bereich.

Beitrag teilen:

Facebook
X
LinkedIn
Pinterest
XING
WhatsApp
Email

Ähnliche Beiträge

Nahaufnahme einer Brennnessel
5. Mai, 2026
Warum wachsen auf einem frisch geharkten Beet so schnell wieder unerwünschte Kräuter? Die Gründe sind vielfältig: Entweder bilden sie viele Samen, die neu einfliegen oder lange im Boden ruhten (Brennnessel, Vogelmiere, Löwenzahn), oder sie vermehren sich durch Ausläufer oder Rhizome (Brennnessel, Quecke, Giersch). Am Beispiel der Brennnesseln lassen sich im Biologie-Unterricht ökologische Nische, Zeigerarten, pflanzlicher Fraßschutz durch Brennhaare, Ein- und Zweihäusigkeit, Bestimmungsübungen an „Nesseln“, Pflanzenfasern und ökologisches Gärtnern thematisieren.
Mädchen lehnt an einer Tafel und lächelt, während jemand anderes eine Matheaufgabe notiert
29. April, 2026
Übung macht den Meister, das gilt auch für den Mathematikunterricht. Nun hält zwar jedes Lehrwerk einen schier unendlichen Fundus an Übungsaufgaben parat, doch spätestens wenn man auf Seite 198 bei Aufgabe 15 z) angekommen ist, hat man die Schülerschaft verloren. Gut verpackt dagegen können Rechenaufgaben durchaus unterhaltsam sein.
Taurus-Molekülwolke im Sternbild Stier
22. April, 2026
Die Materie zwischen den Sternen ist komplexer, als lange gedacht. Inzwischen wurden zahlreiche Moleküle identifiziert. Entstanden Bausteine des Lebens bereits im Weltraum?
Küste mit Pier und Wellen
15. April, 2026
Steigende Meeresspiegel, zunehmende Sturmfluten und veränderte Lebensräume – der Kli-mawandel stellt unsere Küsten vor immense Herausforderungen. Solche großen Phänomene lassen sich im Schulalltag jedoch oft nur schwer greifbar machen. Für genau dieses Problem wurde ein Deichmodell adaptiert, mit dem Lehrkräfte derartig komplexe Themen ins Klassen-zimmer holen und Schüler:innen aktiv verschiedenste Küstenschutzmaßnahmen nachbauen oder auch neu entwickeln können. Durch selbst erzeugte Wellen können sie zudem die Wirk-samkeit ihrer Konstruktion beobachten und messen. So verbindet das Modell praxisnahes Experimentieren mit einem tieferen Verständnis für den Einfluss des Klimawandels auf unsere Lebensräume.
Menschen arbeiteten auf einem Feld mit goldenem Reis
7. April, 2026
Wenige Themen in der Biologie werden so emotional diskutiert wie gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft. Deshalb eignet sich die Agro-Gentechnik – auch grüne Gentechnik genannt – nicht nur dazu, molekularbiologisches Wissen an einem lebensnahen Objekt, unserem täglichen Essen, zu vermitteln. An den verschiedenen Aspekten dieses Themas können unterschiedliche wissenschaftliche Positionen diskutiert werden. Und es lässt sich aufzeigen, wie Fachwissen unterschiedlich bewertet und gewichtet wird, um zu gesellschaftlichen Entscheidungen zu kommen.
Jane Goodall und Prof. Dr. Maximilian Moser berühren den Baum, in dem TreeMuse befestigt ist
31. März, 2026
Wie unzählige Generationen vor uns verbrachten auch wir als Kinder viel Zeit im Wald. Der Wald war unser Spielgefährte und Lehrmeister: Wir rochen am Baumharz, knabberten Tannenwipfel im Mai, schliffen flache Steine, montierten sie auf gespaltene Aststücke als Tomahawks und nutzten das Gelände zum Verstecken- und Fangenspielen, zum Herumtollen und zur Suche nach Erdbeeren, Himbeeren und Pilzen. Heute hat sich diese Fülle an Bewegung bei Kindern weitgehend auf Wischbewegungen über ein leuchtendes Display reduziert. Es stellt sich daher die Frage: Wie können wir diese neue Generation von Kids wieder dazu bewegen, Zeit mit Bäumen und in der Natur zu verbringen?
Schildkröte im Meer mit einer Plastiktüte im Maul, während auf dem Meeresgrund weiterer Plastikmüll liegt
26. März, 2026
Achtung: Dieser Text könnte Ihr Bild von Schildkröten nachhaltig verändern. Wenn jemand diese Tiere mit dem Panzer auf dem Rücken bisher für possierlich, ruhig und liebenswert gehalten hat und bei dieser Sicht bleiben will: LESEN SIE NICHT WEITER!
Hände halten Bleistift und Zirkel und schweben über einem technischen Blatt Papier
18. März, 2026
Um Schüler:innen für das Leben und Arbeiten in einer technisch geprägten, digital vernetzten Welt zu befähigen, kommt dem Technikunterricht eine besondere Rolle zu. Technische Allgemeinbildung umfasst dabei die Fähigkeiten, Technik zu nutzen, zu verstehen und zu beurteilen (Höpken et al. 2003) sowie Probleme zu lösen. Neben den Problemtypen Technik nutzen, Störungen beseitigen und Entscheidungen treffen ist das Konstruieren von Technik (Stemmann & Lang 2014) Inhalt und neben der Fertigungsaufgabe die am häufigsten eingesetzte Methode des Technikunterrichts (Straub 2017). Das Potenzial des Einsatzes von 3D-CAD für den MINT-Unterricht wird im folgenden Beitrag am Beispiel einer Konstruktionsaufgabe aus dem Technikunterricht veranschaulicht.
Hände halten eine blau-grün schimmernde Puzzlelampe
11. März, 2026
Puzzlelampen wie die beliebte IQ Light des dänischen Designers Holger Strøm faszinieren mit ihrer klaren und zugleich komplexen Ästhetik. Beim Zusammenbauen erschließt sich ihre Schönheit Schritt für Schritt und fast nebenbei trainiert man dabei mathematisches Denken. Darüber hinaus bieten die Puzzlelampen verschiedene Ansatzpunkte, auch tiefer in die dreidimensionale Geometrie einzutauchen.
Geöffnetes Buch neben einer Tasse Kaffee und Blumen
6. März, 2026
Endlich startet der Frühling – und damit regt sich wieder die Lust auf Neues. Zeit, sich mit spannenden Themen aus der MINT-Welt zu beschäftigen. Hier kommen unsere Lektüreempfehlungen für den Frühling – viel Spaß beim Lesen.
Warum Menschen häufig gute Entscheidungen treffen
6. März, 2026
Die Frage, wie Menschen im Allgemeinen ihre Entscheidungen treffen und wie „gut“ sie entscheiden, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Grob lassen sich drei Strömungen unterscheiden: die neoklassische ökonomische Entscheidungstheorie, die traditionelle Verhaltensökonomie und die Forschung zur adaptiven Rationalität. Letztere wird leider in der (Wirtschafts-)Didaktik und der Schulbuchliteratur kaum beachtet. Ausgehend von einem kleinen Entscheidungsexperiment möchten wir im Folgenden zeigen, dass alle drei Ansätze wertvolle Erkenntnisse bieten, um menschliches Entscheiden zu verstehen und zu verbessern.
"Halten verboten"-Verkehrsschild mit dem Hinweis darunter "Auf dem gesamten Parkplatz"
6. März, 2026
Es gibt immer wieder Momente, in denen Menschen verwundert auf von ihnen nicht so einfach aufzulösende innere Widersprüche stoßen. Und genau da beginnt das rätselhafte Universum der Paradoxa, über alle Wissenschaftsdisziplinen hinweg.

Vielen Dank, dass Sie sich für den MINT Zirkel interessieren. Registrieren Sie sich jetzt, um Zugriff auf alle Zusatzmaterialien zu erhalten oder melden Sie sich mit Ihren bestehenden Zugangsdaten zu Ihrem “Mein MINT Zirkel-Account“ an.